Seit dem Fall der Berliner Mauer engagiert sich das ifp in doppelter Hinsicht in Mittel- und Osteuropa:
Seit 1993 bietet das ifp Deutsch sprechenden Journalistinnen und Journalisten aus diesen Ländern ein dreiwöchiges Seminar in Deutschland an. Im Gegenzug veranstaltete das ifp ebenfalls zwischen 1993 und 2002 für die Auszubildenden und Absolventen des ifp und der kma regelmäßig 10-tägige Journalistenreisen nach Polen, bei denen die Kenntnisse über dieses Nachbarland vertieft werden. Bei der Rückreise wurde jeweils ein Abstecher in eines der Nachbarländer Polens unternommen.
Seit 2006 wird die Reihe mit einem neuen Konzept fortgesetzt: Die Reisen führen künftig 3 bis 4 Tage in eine der Hauptstädte Mittel- und Osteuropas. Im Vordergrund der Reisen stehen dort - wie bisher - Gespräche mit Vertretern aus Politik, Medien, Kirche, Kultur und Gesellschaft sowie Redaktionsbesuche und Besichtigungen. Ziele der Journalistenreisen waren bisher Bratislava (Slowakei) und Vilnius (Litauen).
Journalistenreise 2008 vom 28.09. bis 01.10.2008 nach Prag (Tschechien)
In der tschechische Geschichte waren Jahre, deren letzte Ziffer die Acht ist, oft Schicksalsjahre: 1348 wurde hier die älteste europäische Universität - die Karls-Universität - gegründet. 1618 begann mit dem Prager Fenstersturz der 30jährige Krieg, 1848 erlebte der nationale Aufbruch auch hier einen Höhepunkt. 1918 entstand nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie die neue Tschechoslowakei, die von den Nazis 1938 zertrümmert wurde. Zehn Jahre später übernahmen 1948 die Kommunisten die Macht, im Jahr 1968 walzten sowjetische Panzer den „Prager Frühling" nieder - es folgte eine Epoche, die erst 1989 mit der Samtenen Revolution endete. Mit den Ereignissen in der Prager Botschaft der Bundesrepublik, als Zufluchtsort von Flüchtlingen aus der DDR, wurde in jenem Jahr in Prag auch gesamtdeutsche Geschichte geschrieben.
Prag hat fast 1,2 Millionen Einwohner und gehört zu den sich am schnellsten entwickelnden Regionen Mitteleuropas. Die „Goldene Stadt" gehört traditionell auch zu den wichtigsten wirtschaftlichen Zentren und Verkehrsknotenpunkten Tschechiens. Neben der Filmindustrie und dem Tourismus verfügt die Stadt auch über eine ansehnliche Industrie. Rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden allein in der tschechischen Hauptstadt erzielt. Seit Jahrhunderten zählt Prag aber vor allem zu den politisch-kulturellen Zentrum Mitteleuropas, das von den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg größtenteils verschont geblieben ist. Das historische Zentrum der Stadt zählt seit 1992 zum Unesco-Weltkulturerbe.
40 Jahre nach dem Prager Frühling ist Prag vom 28. September bis 1. Oktober 2008 Ziel der Journalistenreise 2008. Heute zählt die Tschechische Republik zu den Mitgliedstaaten der EU und der NATO und sie ist unter den früheren Staaten des ehemaligen Ostblocks eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder.
Programm
Das Programm der Journalistenreise 2008 finden Sie unten auf dieser Seite im Download-Bereich.
Gesprächspartner waren:
Dr. Lucie Černohousová, Leiterin, Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren PhDr. Josef Čermák, Literaturhistoriker, Übersetzer, Kafka-Forscher
František Černý, Botschafter a.D. der Tschechischen Republik; Vorstandsvorsitzender, Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren Helmut Elfenkämper, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland
in der Tschechischen Republik Mgr. Jan Joneš, Stv. Direktor, Höhere Fachschule für Publizistik Ing. Petr Kudela, Stv. Direktor, Telepace / TV Noe, Ostrava
Miroslav Lehký, Stv. Direktor, Institut zur Untersuchung der totalitären Regime Mgr. Radka Neumannová, Projektmanagerin, Václav Havel Bibliothek
Mgr. Aleš Pištora, Pressesprecher, Erzbistum Prag
Mgr. Antonín Randa, Chefredakteur, Katolický tydeník P. Leoš Ryška SDB, Direktor, Telepace / TV Noe, Ostrava Mgr. Jan Šicha, Referent, Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik Mgr. Lenka Svobodová, Redakteurin, Tschechischer Rundfunk Fr. Alexius Vandrovec OSB, Subprior, Benediktinererzabtei Břevnov Mgr. Jiří Vejvoda, Direktor, ČRo 2 - Praha (Tschechischer Rundfunk) Kardinal Miloslav Vlk, Erzbischof von Prag und Primas von Böhmen
Zielgruppe
An der Journalistenreise 2008 für junge Journalisten nahmen Absolventen und Auszubildende des ifp und der kma sowie jüngere Mitglieder der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) teil.
Leitung
Die Leitung hatte Bernhard Rude. Die Termine vor Ort organisierten Zuzana Burdová (Katolický tydeník, Praha) und Slávka Porubská (Ostkurs-Jahrgang 2001).
Die Journalistenreisen nach Mittel- und Osteuropa finden in Kooperation mit der Pfalzakademie Lambrecht und der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) statt.
Teilnahmegebühr
Die Journalistenreise 2008 wurde finanziell unterstützt vom Förderverein des ifp (Fifp).
Anreise nach Prag
Sie erreichen Prag
mit der Bahn oder
mit dem Flugzeug.
Flughafen Prag Air France fliegt von Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart nach Prag. Czech Airlines fliegen von Düssel, München und Stuttgart nach Prag. Easy Jet Airlines fliegen von Dortmund nach Prag. Germanwings fliegt von Köln nach Prag. Lufthansa fliegt von Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart nach Prag. United Airlines fliegen von frankfurt am Main nach Prag.
Reiserouten und Ziele der Journalistenreise seit 1993
10. Journalistenreise nach Prag (Tschechien) mehr dazu
9. Journalistenreise 2007 nach Vilnius (Litauen) mehr dazu
8. Journalistenreise 2006 nach Bratislava (Slowakei) mehr dazu
7. Journalistenreise 2002 nach Polen und in die Slowakei Frankfurt am Main - Wroclaw/Breslau - Warszawa/Warschau - Krakow/Krakau - Bratislava - Frankfurt am Main mehr dazu
6. Journalistenreise 2000 nach Polen und Litauen
Frankfurt am Main - Krzyzowa/Kreisau - Warszawa/Warschau - Wilna/Vilnius - Gdansk/Danzig - Frankfurt am Main
5. Journalistenreise 1997 nach Polen und Tschechien
Frankfurt am Main - Schmochtitz - Warszawa/Warschau - Krakow/Krakau - Oswiecim/Auschwitz - Praha/Prag - Frankfurt am Main
4. Journalistenreise 1996 nach Polen und in die Ukraine
Frankfurt am Main - Warszawa/Warschau - Lwow/Lemberg - Krakow/Krakau - Frankfurt am Main
3. Journalistenreise 1995 nach Polen und Tschechien
Frankfurt am Main - Schmochtitz - Warszawa/Warschau - Krakow/Krakau - Oswiecim/Auschwitz - Praha/Prag - Frankfurt am Main
2. Journalistenreise 1994 nach Polen und Russland
Frankfurt am Main - Poznan/Posen - Warszawa/Warschau -
Olsztyn/Allenstein - Kaliningrad/Königsberg - Gdansk/Danzig - Frankfurt
am Main
1. Journalistenreise 1993 nach Polen
Frankfurt am Main - Wroclaw/Breslau - Krakow/Krakau - Oswiecim/Auschwitz - Warszawa/Warschau - Frankfurt am Main
Materialien herunterladen
Programm(PDF-Format, 121 KB) Wenn Sie sich für das Programm der Journalistenreise interessieren, können Sie es hier als pdf herunterladen. Herunterladen
Kontakt
Für die Journalistenreisen nach Mittel- und Osteuropa verantwortlich:
Bernhard Rude , Studienleiter
Seit Februar 2000 Studienleiter für die Ausbildung von Volontärinnen und Volontären an Tageszeitungen, außerdem zuständig für die Seminarreihe für Deutsch sprechende Journalisten aus Mittel- und Osteuropa sowie für Fortbildungsseminare.
Geboren 1966 in Tettnang (Bodenseekreis). Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Politologie und Philosophie in Freiburg und Bonn. Stipendiat der Studienbegleitenden Journalistenausbildung im ifp. Volontär und Redakteur der Ludwigshafener Tageszeitung "Die Rheinpfalz". Referent der Journalistischen Nachwuchsförderung der Abteilung Medienförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sankt Augustin (bei Bonn).
Vorstandsmitglied der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP), Mitglied der Initiative Tageszeitung (ITZ), des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) und des Netzwerks Medienethik.