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Blogs: Die Luft muss brennen

Können Journalisten überhaupt bloggen? Zu einem Diskussionsabend rund um Chancen, Probleme und aktuelle Trends im Bloggen lud der Fachausschuss Online des Bayerischen Journalisten-Verbands (BJV) am Dienstag, 31. März in die Räume des ifp. Etwa 40 Zuhörer diskutierten – unter der Leitung des BJV-Fachausschuss-Leiters Online Thomas Mrazek – mit den Gästen Don Alphonso alias Rainer Meyer und Marc Scheloske von ScienceBlogs.de über unterschiedliche Herangehensweisen an das Bloggen.

Die ScienceBlogs (www.scienceblogs.de), eine Blog-Plattform für Wissenschaftler nach amerikanischem Vorbild, sind seit einem Jahr auf dem deutschen Markt und sind eine Beteiligung des Burda-Konzerns. Inzwischen schreiben 35 Wissenschaftler aus diversen Disziplinen und einige Wissenschaftsjournalisten regelmäßig auf der Plattform. „Die Autoren sind absolut frei, was sie schreiben“, betonte Scheloske. Die Redaktion unterstütze höchstens bei der Themenfindung oder stelle im Konfliktfall Rechtsbeistand. Auch von Sponsoren finanzierte Blogs zu bestimmten Themen werden von der Redaktion erstellt. Als Entschädigung für die regelmäßigen Beiträge bekommen die Schreiber den Gegenwert „eines Essens im Monat“. Den Vorwurf von Don Alphonso, so Preisdumping für Fachjournalisten zu betreiben, wollte Marc Scheloske nicht gelten lassen: „Das sind vor allem renommierte Wissenschaftler, die machen das freiwillig aus intrinsischem Spaß am Bloggen“ – auch wenn es natürlich wünschenswert sei, die Arbeit in Zukunft besser zu honorieren. Im Gegensatz zu einem eigenen, privat betriebenen Blog biete die Plattform den Autoren den Vorteil der interdisziplinären Verknüpfung und damit auch höherer Leserzahlen: Rund 27.000 Kommentare gibt es derzeit zu den Blog-Artikeln.

Don Alphonso hingegen, der derzeit die Blogs „Rebellen ohne Markt“, „Blogbar“, „GT Blog“ und seit Januar bei FAZ.NET die „Stützen der Gesellschaft“ (www.tinyurl.com/stuetzen) betreibt, glaubt fest daran, dass Profibloggen in Deutschland nicht möglich ist: „Sie halten sich als Journalisten an feste Regeln. Aber der Blog-Leser kennt diese Regeln nicht.“ Während der Journalist gewohnt sei, das Essen in einem eleganten Restaurant zu servieren, gleiche das Bloggen eher einer Raubtierfütterung: „Die Luft muss brennen, die Leute sind begierig aufs Mitmachen.“ Diese eher „ursprüngliche Art“ des Journalismus macht dem erfolgreichen Don sichtlich Freude; auch knapp 4.000 Kommentare auf seine Beiträge bei FAZ.NET bestätigen ihm, dass er „gut ankommt“. Und das konnte auch als Fazit des Abends mitgenommen werden: Das es schon Spaß machen kann und muss, dieses Bloggen. Und das es nicht jeder können und mögen muss. (Susanne May)

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