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Medienbischof Fürst erster Gast der neuen Veranstaltungsreihe Drucken E-Mail

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ifp im Gespräch 1/2009:

Medienbischof Dr. Gebhard Fürst

über Kirche und Medien

 

Bischof Dr. Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, eröffnete am 19. März die neue Veranstaltungsreihe "ifp im Gespräch" mit dem Thema „Kirche und Medien". Mit der neuen Reihe „ifp im Gespräch" möchte die katholische Journalistenschule Fragen aus den Bereichen Medien, Ethik und Kirche aufgreifen. Die Reihe ist auf drei bis vier Veranstaltungen im Jahr angelegt.

Zur Person

Geboren am 2. Dezember 1948 in Bietigheim. Studium der Theologie an der der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen und der Universität Wien. 1977 Priesterweihe durch Bischof Dr. Georg Moser. 1983 Kommissarischer Direktor des Theologenkonviktes Wilhelmsstift in Tübingen. 1986-2000 Direktor der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Mitglied der Sitzung des Bischöflichen Ordinariates. 1987 Promotion im Fach Fundamentaltheologie mit der Arbeit "Sprache als metaphorischer Prozeß. Johann Gottfried Herders hermeneutische Theorie der Sprache". Am 17. September 2000 Weihe zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Dom zu Rottenburg. 2001-2005 Mitglied des Nationalen Ethikrats der Bundesregierung. Seit 2001 Geistlicher Assistent und Mitglied des Präsidiums und des Hauptausschusses des Zentralkommitees der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 26. September 2006 ist Bischof Fürst Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. (rub)

Dokumentation

Der Vortrag war am Freitag, 20. März, um 19.15 Uhr im Münchner Kirchenradio zu hören und kann dort als Podcast heruntergeladen werden.

Über den Abend mit Medienbischof Fürst berichtet Tobias Chmura vom ifp-Stipendiatenjahrgang 2007:

fuerst5.jpgAm Ende hat Bischof Gebhard Fürst dann doch noch einen kurzen Blick in das Satire-Magazin „Titanic“ riskiert. Dr. Elvira Steppacher, Direktorin des ifp, hatte die Zeitschrift stellvertretend für die schlechte Presse, die Papst Benedikt XVI. in den zurückliegenden Wochen bekam, zur Diskussion im ifp mitgebracht. Auf der Titelseite der März-Ausgabe wird für die Abwrackprämie für den „Altpapst“ geworben.
Anlass für den Besuch des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart und Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am 19. März im ifp war der erste Vortrag der neuen Ver-anstaltungsreihe „ifp im Gespräch“. Obwohl der 60-jährige „Medienbischof“ nach dem grauenhaften Amoklauf von Winnenden in seinem Bistum zurzeit als Ansprechpartner für die Medien, aber auch als Seelsorger gefragt ist, nahm sich Fürst Zeit für seinen Vortrag und die anschließende Podiumsdiskussion.
Schon am Nachmittag war er nach München gereist und feierte zusammen mit den 15 neuen Stipendiaten des Förderjahrgangs 2009, die gerade ihr vierwöchiges Presseseminar beendet hatten, einen Gottesdienst. Am Abend bezog er dann zum Thema „Kirche und Medien“ Stellung. Mit Blick auf die „Medien-Explosion“, so Fürst, die die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft ausgelöst habe, räumte er nochmals Fehler bei der Informationspolitik des Vatikans ein. Der Vatikan habe die „Macht der Information“ falsch eingeschätzt. „Auch ich habe zuerst nicht geahnt, was da losgetreten wurde“, sagte der Bischof. Gleichzeitig mahnte er die Medien, die Begriffe zu bedenken, die sie wählen. Denn von der Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners zu sprechen, sei keine adäquate Verkürzung des Sachverhalts gewesen. „Das ist Gift“, so Gebhard Fürst über die Auswirkungen solcher Aussagen.
fuerst_publikum.jpgDas Medien-Engagement der Kirche fasste Fürst in einem Satz zusammen: „In den traditionellen Medien sind wir stark, in den elektronischen Medien noch schwach.“ Die Auflagen der Bistumszeitungen mit insgesamt rund 800.000 und den Pfarrbriefen mit rund 7,5 Millionen, seien gut. Nun sollten die großen Ressourcen der Katholischen Medien, von der eigenen Produktionsgesellschaft bis zur Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), von Nutzen für die digitale Zukunft sein. In zwei bis drei Jahren, so der Bischof zu den aktuellen Planungen, soll ein eigenes katholisches Fernsehprogramm über das Internet abrufbar sein. Habe das Konzept Erfolg, könne man darüber nachdenken, das katholische Fernsehen über Satellit beziehungsweise Kabel zu verbreiten.
Um die Einschaltquote macht sich Gebhard Fürst schon jetzt keine Sorgen: „Wir haben in Deutschland 26 Millionen Katholiken, die die Kirchensteuer bezahlen – das ist ein schlafender Riese.“ Dieser schlafende Riese soll mit einem Programm geweckt werden, das auch für jene interessant ist, die nicht jeden Sonntag in der Kirchenbank sitzen. Inhaltlich könne zum Beispiel von Großveranstaltungen wie den Weltjugendtagen Live-Berichterstattung gesendet werden, auch lieferten die katholischen Werke, die weltweit tätig sind, genug Stoff für Dokumentationen. Die Finanzierung soll über zusätzliche Investitionen erfolgen – an den bestehenden kirchlichen Medieneinrich-tungen werde nicht gespart, bekräftigte Fürst. (Fotos: Marciniak)

Mehr Informationen zur Reihe ifp im Gespräch

 

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Materialien herunterladen

Dokumentation ifp im Gespräch 1/2009
Wenn Sie den Vortrag von Bischof Dr. Gebhard Fürst nachlesen wollen, können Sie hier das Manuskript als PDF-Dokument herunterladen.
Herunterladen 184,46 Kb

 

Podcast ifp im Gespräch 1/2009
Wenn Sie den Vortrag von Bischof Dr. Gebhard Fürst anhören wollen, können Sie diesen hier als Podcast herunterladen.
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