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Was interessiert den Menschen mehr als der Mensch? Das Porträt ist die journalistische Stilform, die diesem Interesse Rechnung trägt. Jede Zeitung, jedes Magazin veröffentlicht Porträts, denn immer geht es um Akteure und Betroffene, immer gilt es, Abstraktes konkret zu machen, zu „personalisieren".
Da ist der Schauspieler, der ein ganz schlechter Selbstdarsteller ist, der Politiker, der seine Unsicherheit hinter lauten Floskeln verbirgt, der Obdachlose, der mal Baustadtrat war: Alles Menschen, die es sich zu porträtieren lohnt, jedenfalls dann, wenn der Journalist willens und in der Lage ist, unter die Oberfläche zu schauen, scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen, das Interessante vom Banalen zu unterscheiden. Im Seminar werden anhand konkreter Beispiele unter anderem diese Themen behandelt: Planung und Vorbereitung des Treffens, Gesprächsführung und Beobachtung, Deutung und Interpretation des Wahrgenommenen, Interessen der Porträtierten vs. Interessen der Leser, Grenzen des Erzählbaren, „kalt geschriebene" Texte, Stilistisches. Die Praktischen Übungen sind das Wichtigste. Alles Theoretische wird anhand der Übungstexte hinterfragt, geprüft, vermittelt.
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Redakteur, Der Tagesspiegel, Berlin-Redaktion, Berlin
Kamera-Volontariat beim DDR-Fernsehen, Studium der Geschichte und Publizistik in Berlin, Volontariat beim Tagesspiegel, seit 2000 Redakteur beim Tagesspiegel.
Veröffentlichungen:
- David Ensikat (Hrsg.): Was bleibt. Nachrufe. Berlin 2005
- David Ensikat: Kleines Land, große Mauer: Die DDR für alle, die (nicht) dabei waren. München 2007
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